Islam und Toleranz

Vor ein, zwei Wochen habe ich mir das Buch „Islam und Toleranz“ von Siegfried Kohlhammer aus dem Verlag zu Klampen gekauft und habe es nun auch durchgelesen. Es handelt sich dabei um eine kleine Essaysammlung zu diversen Themen rund um den Islam und seiner Wirkung und Rezeption im Westen. Das Büchlein kostet ca. 20 Euro und umfasst 200 Seiten. Mir war der Autor zuvor unbekannt, er ist aber eingeweihten Kreisen schon länger durch Veröffentlichungen in der Zeitschrift Merkur ein Name, und zwar einer, den man mit Islamkritik verbinden muss. Eben diese Veröffentlichungen im Merkur sind in diesem Bändchen von 2011 zusammengetragen und aktualisiert worden.

Dass es sich um ein „Intelektuellenbüchlein“ handelt, fällt schon am bildungssprachlichen Stil des Autors auf, der trotz einiger Windungen sich angenehmer lesen lässt als zum Beispiel Alexander Kisslers  in „Papst im Widerspruch“. (Ich lese meistens englische Sach- und Fachliteratur, das letzte deutschsprachige Buch war eben jenes von Kissler.) Interessanterweise zeigt sich auch an der Sprache des Autors, dass zwischen den Artikeln teilweise einiges an Zeit liegt. Gerade die letzten beiden Essays sind sprachlich deutlich ungekünstelter und zeigen, dass die Macke von deutschen Intellektuellen, sich möglichst kompliziert auszudrücken, dankenswerterweise immer weniger Anklang findet.

Desweiteren werden die einzelnen Themen sehr aus der Perspektive des akademischen Diskurses bearbeitet. Wer erwartet, dass in erster Linie historische Fakten genannt werden, die zeigen warum z.B. Andalusien eben nicht ein Paradies der religiösen Toleranz war, der wird etwas enttäuscht sein. Kohlhammer widmet sich zum Beispiel im Essay „Ein angenehmes Märchen – Die Wiederentdeckung und Neugestaltung des muslimischen Spaniens“ in erster Linie der Frage, wieso in akademischen Zirkeln teilweise nach wie vor dieses romantische Zerrbild vorherrscht, es geht also eher um Ideengeschichte als um Geschichte selbst. Das mag für den Leser, der bereits das nötige historische Wissen besitzt, der nächste Schritt sein. Ich als unwissender Leser hatte etwas anderes erwartet, nämlich eine Darstellung der unumstößlichen historischen Fakten. Eben deswegen hätte ich mich auch über ein Literaturverzeichnis oder vielleicht sogar über Leseempfehlungen am Ende der Kapitel gefreut, zumal die Fußnoten zwar vorhanden sind, aber nicht für jedes Zitat. In weiten Teilen also ein Buch über das Verständnis und die Interpretation von Geschichte, weniger eines über Geschichte. Erst die bereits angesprochenen letzten beiden Aufsätze beleuchten Aspekte des Islams direkt und belegen anhand von vielen Studien historischen Fakten, dass eine kritische Grundhaltung gegenüber der Integrierbarkeit des Islams durchaus berechtigt ist. Anders als viele andere Bücher ist dieses auch eines, welches der strikten Unterscheidung von Islam und Islamismus ablehnend gegenüber steht. Trotz dieser offenen, fundamentalen Skepsis vermeidet Kohlhammer einen polemischen Ton, was angesichts der Tatsachen, die genügend Munition liefern, auch gar nicht nötig scheint. 

Insgesamt ein durchaus lesenswertes Buch, gerade wenn man sich fragt, warum [heute] so viele westliche Denker einen so verklärten Blick auf das Phänomen „Islam“ haben.

 

Tue Gutes und rede darüber

Fiel mir mal wieder gerade so ein. Es ist bemerkenswert wieviele junge Menschen pünktlich vor ihren Bewerbungen bei anglo-amerikanischen/privaten Universitäten auf einmal ihre soziale Ader entdecken. In der Schule vor allem oberflächlich und unreif gewesen, aber pünktlich nach dem Abitur geht es nach Südamerika/Südafrika, um kleinen Kindern zu helfen. Nächstenliebe ist natürlich nicht das Motiv, sonst könnte man ja auch daheim den vielen Obdachlosen helfen. Nein, es geht um den Lebenslauf. Das verwöhnte Gör kann seinem Drang nach Reisen nachgehen, lernt ein paar Brocken einer neuen Sprache, was dann im Lebenslauf als „being fluent in language x“ verkauft wird und bekommt social brownie points. Gewisse Universitäten/ Studienprogramme lieben es ja, sich damit zu rühmen, dass sie die „leader“ der nächsten Generation ausbilden, dass erwartet werde, dass ihre Absolventen etwas für die Gesellschaft leisten würden.

Was also tun? So richtig in die Scheiße langen und Junkies in Deutschland helfen, womöglich noch im kalten Winter? Das passt so gar nicht in die facebook timeline. Das süße braune Kind aus Südamerika hingegen, welches man bei gutem Wetter sehr gut in sein Online-Photoalbum integrieren kann plus die achso nützlichen Spanischkenntnisse, die lassen sich gut präsentieren, sowohl den Freunden als auch denen, die über zukünftige Bewerbungen urteilen.

Wenn die gute Tat nichts anderes mehr ist als ein Mittel zur Selbstpromotion, dann verliert sie ihren Wert. Man sollte auf solche Sachen als Kriterium bei Bewerbungen verzichten, ja die Leute benachteilen, die über ihre gute Taten in den Bewerbungen schreiben. Soll man ruhig den Leuten helfen, vielleicht aber eher den nächsten, denen es eventuell sogar schlechter geht, und vor allem sollte man darüber nicht reden. Zumal das Engagement nach der erfolgreichen Bewerbung recht oft nachzulassen scheint.

Nachtrag: Der überaus lesenswerte Nathan Cofnas hat zu diesem Thema auch etwas geschrieben.

Ein Rat an die Männer

Ich bin sicher kein Guru und will auch nicht den Eindruck erwecken, dass meine Meinung der Weisheit letzter Schluss sei, ein Beziehungsratgeber will ich erst recht nicht sein, nichts schlimmeres als das!

Mit dieser Präambel aber nun zum Thema: Männer sind äußerst schlecht beraten gegenüber Frauen Schwäche zu zeigen. Damit meine ich nicht, dass alles andere als peinliches Alpha-Männchen-Gehabe, Rumgeprotze oder stieseliges Verhalten den Mann zu einem „Beta“ macht, wie es im Internet so heißt. Allein der Term „Beta“ ist dämlich. Ja, der Mensch ist ein soziales Tier und Evolutionspsychologie vermag durchaus mehr über das Zwischenmenschliche zu sagen als es so manchem Linken recht ist. Ich glaube auch, dass es echte Parallelen zwischen dem Verhalten von Menschen und anderen Tieren gibt, gerade was die Dynamiken zwischen Mann und Frau betrifft. Das Sprechen von „Alphas“ und „Betas“ ist aber nicht einmal reduktionistisch im negativen Sinne, weil es den Diskurs limitiert, es ist schlicht albern und ist eher für flapsige Memes geeignet.

Ich meine zum Beispiel ein gewisses Maß an Offenheit mit psychischen Erkrankungen oder das Zugeben von Sensibilität. Das ist ein absoluter Fehler, sowohl im Alltag als auch in frühen Stadien romantischer Beziehungen. Das ist kein Fehler der Frauen, um das schon mal gleich zu sagen. Menschen haben ihre Präferenzen und das bezüglich Aussehen, Status, Verhalten und Anderem, das gilt es zu akzeptieren.

Nichts ist unangenehmer als Personen, die aus dem nichts heraus intimste Details über sich offenbaren. Solange es sich nicht um einen Arzt oder Therapeuten handelt oder die Umstände es erzwingen, behält man so etwas für sich und rückt fremden Menschen damit nicht auf die Pelle. Das zeugt nicht nur von mangelnder Etikette, mangelnder Distanz, sondern auch von einer gewissen Form von Narzissmus. Und das gilt für beide Geschlechter.

Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass das Eingeständnis von solchen Schwächen, und ja, ein hohes Maß an Sensibilität ist eine Schwäche in den meisten Situationen, auf Frauen abschreckender wirkt als auf Männer. Was den alltäglichen Umgang mit Frauen betrifft, würde das bedeuten, dass Frauen eine seltsame fürsorgliche Art entwickeln, die einen Mann leicht wie ein hilfloses Kind dastehen lässt. Beziehungstechnisch ist es schlicht der Tod. Wer auch immer meint, den Männern einreden zu müssen, dass es ja so toll ist, wenn Mann sich öffnet, erweist ihnen einen Bärendienst, nichts anderes. Männer wirken dann attraktiv, wenn sie Souveränität und Stärke ausstrahlen, also innerlich gefestigt sind, oder dies zumindest projizieren. Das mag den ein oder anderen geplagten Mann nun stören. Aber seien wir ehrlich, so attraktiv sind depressive oder hysterische Frauen auch nicht.

Seltsam ist nur, dass die Mär vom sensiblen Mann, um den sich die Damen nur so scharen, überhaupt soviel Gehör gefunden hat.

Wir sollten uns ehrlich machen?

Da schreibt doch tatsächlich die Welt, dass wir uns endlich darüber im Klaren sein sollten, dass die meisten Syrer keine Fachkräfte sind, schon gar nicht Ärzte oder Ingenieure, sondern schlichtweg Hartz-4-Empfänger. Von „wir“ kann gar nicht die Rede sein! Uns war es von Anfang an klar, dass vor allem die Asylindustrie profitieren und der Sozialstaat strapaziert werden würde. Der Mainstreamjournalist/-phantast wollte es nicht sehen und die Politik hat wie so oft gelogen.

Wer nicht dumm war, wusste das. Man konnte es in seriösen Medien wie tichyseinblick.de oder der Achse lesen und der gesunde Menschenverstand sagte es auch. Man wurde aber dann als Nazi verunglimpft, als besorgter Bürger lächerlich gemacht und war und ist Repressalien ausgesetzt.

Ein Land mit der Population wie Syrien vor dem Krieg hätte nie im Leben die Zahl der uns von Politik und Medien (!) versprochenen hochausgebildeten Fachkräfte haben können. Dann hätte Syrien nämlich nicht wie Syrien ausgesehen, sondern eher wie Israel oder sogar die Schweiz. Es kamen aber nicht nur viele Flüchtlinge, es kamen aus allen Herren Länder der Welt Einwanderer zu uns, die nichts zu unserer Volkswirtschaft beitragen können. Und weil Merkel und ihre Anhänger ganz besonders blöde waren und sind, wurde jeder reingelassen, sein Status nicht überprüft und hier auch nicht ausreichend kontrolliert, sodass wir sie, wenn überhaupt, nur äußerst schwer abschieben können.

Ärgerlich ist vor allem, dass diese Blindheit gegenüber der Wahrheit eindeutig aus dem linken, sich kosmopolitisch gebenden Milieu kam. Die meisten kritischen Stimmen kamen aus dem konservativen Lager, was man ja heutzutage als „rechts-außen“ zu verleumden versucht. Aus dem linken kam eigentlich gar nichts. Ein Meinungs- und parteipolitischer Pluralismus ist ja durchaus zu befürworten, was aber tun, wenn die Hälfte des politischen Spektrums und mit ihm ca. 75% der Wähler nicht nur ein falsches Bild von der Realität haben, sondern auch nicht mehr für andere Meinungen offen sind? Und all das wegen einer Mainstream-Journaille, die sich immer als den Wahrer von Freiheit und Demokratie zu verkaufen versucht.

Wer wird es ausbaden? All diejenigen, die vom Sozialstaat abhängig sind, die Kranken, die Schwachen, die Alten und wirklich Bedürftigen. Es werden nicht die verlogenen Grünen in Prenzlauer Berg sein. Die werden erst einmal ihre Privatschulen gründen, damit ihre Brut um Gottes willen nicht mit Ali, Aishe und Mohammed zur Schule muss. Uns bleibt nur, uns am Aussterben linker Postillen zu ergötzen und darauf zu warten, dass den unsäglich sendungsbewussten „Kunstschaffenden“ sowie Journalisten staatlich subventionierter Medien die Subventionen ausgehen.

Und jetzt kommt ein Journalist daher und meint, wir sollten uns endlich der Wahrheit öffnen, die er selbst versucht hat zu verschleiern.  Dieser Typus Journalist hat die AfD als Nazipartei beschimpft, ihre Wähler und Sympathisanten gleich dazu. Wichtige Ereignisse wie die Silvesternacht in Köln wurden versucht zu verschweigen, jeder Aufmarsch von drei Rechtsradikalen als Gefahr für die Republik ausgerufen. Das mutet etwa so an, wie das Wahlplakat der CDU zur letzten Landtagswahl in NRW, wo es hieß „Ich fühl mich hier nicht mehr sicher! Warum tun die nichts? – Uns reicht’s! Wir wählen CDU!“ Jene CDU, die davor auf Bundesebene die Grenzen grenzenlos geöffnet hatte.

Der Abbau des Sozialstaats wird kommen, das ist leider unausweichlich. Man sollte aber lieber mit anderen Dingen anfangen:

Abschaffung von Subventionen von irgendwelchen durchpolitisierten Kleinstheatern.

Abschaffung von Subventionen für die Amadeo-Antonio-Stiftung.

Kürzung der Renten von denjenigen Politikern, und zwar um 50-75%, die während 2014-17 im Parlament saßen. Diese Leute haben Scheiße gebaut, dafür sollten sie gerade stehen.

Erniedrigung der Diäten von Politikern, v.a. in Bundesländern wie Bremen, Berlin und Hamburg.

GEZ abschaffen. Ich muss nicht Geld dafür bezahlen, dass man mir Sand in die Augen streut. Eine halbe Million für irgendwelche Intendanten, die von Politikern inthronisiert werden und ihre Position für miese Propaganda missbrauchen?

Alle Gender-Studies-Lehrstühle streichen.

Die Bundeszentrale für politische „Bildung“ eindampfen. Sie ist anderes als ein Instrument für die Meinungshoheit linker Politiker.

Keine Subventionen für irgendwelchen parteinahen Stiftungen.

Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Wir werden alle ziemlich leiden, ich will aber, dass vor allem die Verursacher und ihre Schergen leiden!

Heute war ein guter Tag!

So, heute 5 Stunden in der Bibliothek gelernt. Angstwallungen kamen erst am Abend, bedingt durch schlechte Nachrichten und der Feststellung, dass ich mein Lernpensum nicht ganz geschafft habe. Das ist etwas, was ich noch lernen muss, realistische Ziele für die Lernpensa stecken.

Zudem habe ich mich für ein paar Minijobs beworben, dass macht mich auch unabhängiger und senkt die Angst, anderen auf der Tasche zu liegen.

Jetzt wird noch schnell am Proteasom gearbeitet und wird auf Schlaf gehofft. Morgen heißt es dann wieder, der Angst die Stirn zu bieten.

Leben mit der Angst

Ich habe mich entschieden, meinen Kampf mit meiner Angststörung hier etwas genauer zu dokumentieren, für mich, aber auch für andere. Denn guter Rat ist selten, auch auf professioneller Ebene, wenn er denn überhaupt erfolgt. Das klingt natürlich hart, liegt aber zu einem Großteil in der Natur der Sache begründet. Die Kriterien und Symptome für psychische Störungen sind wesentlich undurchsichtiger als für somatische und unterliegen in einem viel größerem Maße der Interpretation durch Patient und Arzt/Therapeut. Es gibt seltener eindeutige physiologische Marker für Depression oder Angststörungen als es meinetwegen für Herzleiden oder Neurologisches der Fall ist. Hinzu kommt die hohe Rate an Komorbidität, die Ähnlichkeit der Symptome und die Frage danach, was denn nun was bedingt. Bin ich etwa depressiv, weil mich meine Angst so hemmt und mir den Lebensweg verbaut, hat sich eine Depression weitestgehend unabhängig von der Angst entwickelt, oder ist es eventuell sogar der Fall, dass die Diagnose auf Depression lediglich auf Anzeichen beruht, die eine direkte Folge einer Angststörung sind, ich also eigentlich gar nicht depressiv bin.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, jahrelang als depressiv diagnostiziert worden zu sein, obwohl die Ursache in meiner Lustlosigkeit und Müdigkeit eher in einer massiven Schlafstörung ausgelöst durch Angst und ihren Auswirkungen begründet waren. Das kann fatale Folgen haben, da die Upper für Depression nicht immer auch die richtige Wahl für Angststörungen sind.

Nun ist die Komplexität des Themas nicht die einzige Hürde für eine erfolgreiche Behandlung. Zwar wird ständig von Ärzten und Psychologen das Zusammenspiel von Körper und Geist betont, trotzdem sind es vor allem oft die Psychologen, die den Einsatz von Psychopharmaka sehr kritisch sehen und als dauerhafte Lösung ablehnen. Obwohl ich persönlich den Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie gegenüber Schwachsinn wie Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie bevorzuge, der sich gerade bei Psychiatern größter Beliebtheit erfreut, birgt er für mich die Gefahr, dass er die Kraft der Ratio schlichtweg überschätzt. Es ist eben manchmal nicht nur damit getan, krankhafte Denkstrukturen aufzubrechen. Gerade bei Angststörungen ist das Physiologische sehr wichtig und es ist nicht einfach von der Hand zu weisen, dass die quälenden Gedanken lediglich eine Antwort und Interpretation des Gehirn auf bzw. von physiologischen Prozessen sind.

Das größte Ärgernis aber sind für mich die vielen Säuseltanten, die dieses Feld besetzen. Es wimmelt es nur so vor Selfhelp-Büchern in den Bücherregalen jeder Buchhandlung und es wäre natürlich naiv zu denken, dass die „alternative“ Medizin ihre schleimigen Tentakel nicht auch in diesen Bereich hinein strecken würde. Das Maß, in welchem Weltanschauungen oder irgendwelche „Philosophien“ als echte Hilfen dargeboten werden, ist aber geradezu grotesk. Noch ärgerlicher wird es, wenn eigentlich weltanschaulich neutrale Angebote wie Kurse in Achtsamkeit/Mindfulness von den Kursleitern immer wieder durch esoterischen Mist kontaminiert werden. Es gibt kein „Sonnengeflecht“ irgendwo auf Höhe des Bauchnabels, welches ich irgendwie durch Atmung mit Energie füttern kann. Es ist auch fast immer derselbe Typus Mensch, der die einzelnen Nischen des therapeutischen Gewerbes besetzt. Kursleiter für Mindfulness sind zum Beispiel fast immer Frauen mittleren Alters, die sich betont feminin geben und in irgendwelchen alternativen Ethnoklamotten rumlaufen. So ’ne Art Reformhausschick.

Es ist schwierig den Kern meiner Unzufriedenheit mit den Menschen der – grob gesagt –  psychotherapeutischen Profession zu beschreiben, aber ich würde sagen, dass es vielen Helfern an Handfestigkeit und gesundem Menschenverstand mangelt. Verständnis und Einfühlsamkeit werden oft mit exzessivem Nicken beim Zuhören verwechselt, mit abgedroschenen Phrasen und bedeutungschwangeren Blicken, die man so wahrscheinlich nur aus Soap Operas kennt. Viel lieber wären mir Menschen, die mich mit Zuversicht anschauen und sagen, dass wir es der Angst zeigen werden, ohne dabei ins Theatralische zu verfallen. Es ist eine Temperamentsfrage, unter den Helfern sind zuviele lasche Typen (wobei die Laschis meist Frauen (=Psychologinnen) sind, Männer und Psychiater sind weniger anfällig für oberflächliche Gesten).  Wenn ich gegen die Angst ins Feld ziehe, dann will ich Mitstreiter haben, die Zuversicht ausstrahlen, keine Leute, die schon beim Zuhören tiefere Falten auf der Stirn bekommen als ich es je könnte.

Man merkt, ich komme mit bestimmten Menschen einfach nicht klar. Persönlich würde ich sogar sagen, dass die meisten Menschen auf mich nicht sonderlich kompetent oder sympathisch wirken oder zumindest nicht so, dass ich mich gerne mit ihnen unterhalten würde, geschweige denn über Privates. Solange aber der Erfolg einer psychotherapeutischen Maßnahme so stark von diesen subjektiven Dingen abhängt, sieht es für Leute wie mich nicht gut aus.

Kommen wir zum vorerst letzten Problem: Es gibt zu wenig Männer unter den psychologischen Psychotherapeuten. Als Mann bevorzuge ich im Allgemeinen die praktischere Art von Männern beim Lösen von Problemen. Ein anderes, so gut wie nie thematisiertes Problem ist das Entwickeln von romantischen Gefühlen gegenüber einer Person des anderen Geschlechts, mit der man sich regelmäßig trifft und äußerst Privates bespricht.

Wer nichts kann wird Journalist

Die AfD liefert ja genügend Zündstoff mit einem Parteisprecher wie Gauland und seinen bestenfalls unbedachten Kommentaren zu deutschen Nationalspielern. Das hindert die zukünftige Meinungselite aber nicht daran, Dinge über andere AfD-Politiker zu erfinden. Bei solchen journalistischen Fehlgriffen frag ich mich immer, ob Journalismus als Arbeit das Refugium der Dummen oder der Unehrlichen ist. Und wie kann so ein erbärmliches Erzeugnis überhaupt grünes Licht seitens der Dozenten bekommen? Kann es sein, dass das Journalistik-Studium so ein Studium-light ist? Die allerbesten Journalisten haben ja in der Regel nicht eine Journalistenschule besucht, sondern ein echtes Fachstudium hinter sich mit Expertise in ausgewählten Fächern und beschränken sich in ihrer Tätigkeit als Journalist auf ihre studierten Fächer. Greenwald ist Jurist, Fisk ist Politikwissenschaftler und Scahill hat sogar überhaupt nicht studiert

Der Autor des verlinkten Artikels ist übrigens eher Journalist im Nebenberuf und liefert trotzdem bessere Arbeit ab als die angehenden Vollzeitjournalisten.

Diese Fratzen sollte man sich auf jeden Fall merken, wenn man in Zukunft schlechten Journalismus umgehen will.

Lichtblick in der Asylkrise

Wie sehr Angela Merkel nachgedacht hat, bevor sie medial wirksam zu Flucht nach Deutschland aufgerufen hat, erkennt man schon daran, dass die katastrophale Situation der Flüchtlinge in ihren deutschen Auffanglagern weitaus schlimmer wäre, wenn es nicht engagierte Freiwillige gäbe, die sich der Flüchtlinge annehmen. Es ist schlichtweg grotesk, solch einen riesigen Flüchtlingsstrom zu kreieren, mit dem der Beamtenapparat wohlweislich heillos überfordert ist und darauf zu spekulieren, dass die Bevölkerung es schon kostenlos richten wird. Und mit besserem Wetter wird auch trotz ausgehandelter Deals mit der Türkei wieder die Zahl der Flüchtlinge steigen.

Dass die Einwanderung von Leuten aus einer patriarchalischen Kultur, die maßgeblich durch den Islam geprägt ist, zu Problemen bei der Integration führt, war ja eigentlich zu erahnen. Zumal deutsche Integrationspolitik nicht unbedingt von Erfolgen gekrönt ist. Man mag von der AfD halten was man will, es gibt ja durchaus einiges an ihr zu kritisieren, aber ihr ist es zu verdanken, dass Leute wie Ruud Koopmans, selbst bekennender Linker, Gehör finden. Es gibt Probleme mit muslimischen Einwanderern, denn sie lassen sich eben nicht so leicht in unsere westliche, liberale Gesellschaft eingliedern wie es zum Beispiel Ostasiaten gelingt. Man muss deswegen nicht jedem Asylkritiker Rassismus, Xenophobie oder „Islamophobie“ vorwerfen, es stellt sich nämlich die berechtigte Frage, ob die massenhafte Einwanderung von unterqualifizierten, durch ihren kulturellen Hintergrund schlecht integrierbaren Menschen nicht dauerhaft dem Land schadet. Der Sozialstaat ist eine Errungenschaft, die es zu erhalten gibt. Aber um ihn zu wahren, muss die Zahl der Leistungsträger in einem gewissen Verhältnis zu den staatlich Unterstützten stehen. Der Asylskeptiker ist also nicht notgedrungen von schlechten Motiven geleitet, sondern er befürchtet, dass die unkontrollierte Zuwanderung in die Sozialsysteme, diese letztlich zerstört, ja dass es sogar zu einem generellen Sinken des Lebenstandards führt. Das sind keine Hirngespinste, es sind Projektionen der UN (hier). Ob es so kommen wird, wer weiß. Aber allein der Fakt, dass es Projektionen gibt, die dies suggerieren, sollte den vorsichtigen Bürger zumindest etwas skeptisch machen.

Nun aber zum Lichtblick. Es gibt einen Pfarrer in Berlin-Steglitz, der etwas gegen die Zustände in den Flüchtlingsheimen tut und sich aufopferungsvoll um Flüchtlinge kümmert, insbesondere Christen, kümmert. Interessanterweise suchen diese neuen Christen, die es ja durchaus Ernst mit ihrem Glauben meinen, eher nach konservativen Gemeinden. Aber dazu später.

Warum gibt es in Tübingen eigentlich so viele Quacksalber?

Als Student in Tübingen fällt einem relativ schnell auf, dass fast alle Ärzte irgendwie etwas mit Homöopathie, anthroposophischer Medizin, Kinesiologie, Magneten, Bachblüten oder sonstigem Schwachsinn anbieten oder ihre wissenschaftliche Ausbildung ganz über Bord geworfen haben und nur noch heilpraktische Verfahren praktizieren. Klar, Tübingen ist ein grünes Biotop und dass dort, wo Grüne in größeren Zahlen vorkommen, Reformhäuser und „alternative Medizin“ nur so aus dem Boden sprießen, weiß jeder. Aber warum Tübingen? Als Medizinstudent weiß ich selber von der riesigen Kluft zwischen den Schulmedizinern der Uniklinik, die für ihre alternativen Kollegen nicht viel übrig haben und hier und da das Treiben der Hausärzte mit Erstaunen kommentieren und eben diesen Hausärzten. Man müsste meinen, dass Universität und praktizierte Wissenschaft vor Ort dem Gedeihen der alternativen Medizin entgegenstehen, der medizinischen Esoterik ergeht es hier aber gar nicht schlecht.

Allein an der grünen Wählerschaft kann es nicht liegen, denn woanders wird auch Grün gewählt, ohne dass die ratio auch in diesem Bereich flöten geht. Meine Vermutung ist, dass Homöopathie vor allem eine Macke des Bürger- und Beamtentums ist, dass es sich leisten kann, viel Geld für wirkstofffreie Zuckerkügelchen oder Tees aus obskursten Kräutersorten zu goutieren. BW ist noch ein reiches Bundesland und hat wahrscheinlich auch wegen seiner starken Landwirtschaft ein anderes Verhältnis zu Natur oder dem, was als „natürlich“ verstanden wird, was dann über die Zeit hinweg tradiert wurde. Das ist zumindest meine Theorie.